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Ist Lavendel Giftig? Für Menschen, Katzen und Hunde erklärt

Kurzantwort: Ist Lavendel giftig?

Ist Lavendel giftig? Rund um Lavendel kursieren zahlreiche Mythen – von absoluter Unbedenklichkeit bis hin zu dramatischen Vergiftungsszenarien. Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

Lavendel enthält keine klassischen Giftstoffe wie Alkaloide oder andere stark toxische Substanzen und gilt daher grundsätzlich als nicht giftig. Die Blüten enthalten jedoch mindestens 1.5% ätherisches Öl, welches sich aus unterschiedlichen Stoffen zusammensetzt

  • Cineol
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Kampfer
  • Linalool
  • Linalylacetat

Vor allem Linalool, Linalylacetat (die zusammen rund 75 % ausmachen) und Cineol sind für die beruhigende Wirkung des Lavendels verantwortlich. Werden sie zu hoch dosiert eingenommen, können Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Hautreizungen auftreten. Dies liegt jedoch nicht daran das Lavendel für Menschen giftig ist, sondern vielmehr daran dass ätherische öle grundsätzlich nur niedrig dosiert eingenommen werden sollen.

Kurzantwort: Lavendel ist kein Gift – aber auch kein Mittel für jeden und jede Situation. Entscheidend sind die richtige Dosierung, die Form der Anwendung and wer ihn verwendet.

Möchtest du mehr über die richtige Anwendung von Lavendel erfahren und herausfinden, welcher Lavendel am besten zu dir passt? Dann lies jetzt unseren ausführlichen Beitrag: Lavendel zum Einschlafen – Wirkung und Anwendung!


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Lavendel und Menschen: Wann kann es kritisch werden?

Babys

Bei Babys sollte auf die Anwendung von Lavendelöl vollständig verzichtet werden – egal ob zur Raumbeduftung, als Badezusatz oder zur Hautpflege. Ätherische Öle können bei Säuglingen zu starken Hautreizungen, Atemnot oder im schlimmsten Fall sogar zu Atemstillstand führen. Ihr empfindliches Atemsystem reagiert deutlich sensibler auf intensive Düfte und Wirkstoffe. Auch getränkte Lavendelkissen oder Duftlampen im Babybett sind nicht empfehlenswert.

Kinder und Jugendliche

Für Kinder unter 12 Jahren gilt, ähnlich wie bei Babys, dass ätherische Öle, insbesondere Lavendelöl, nicht angewendet werden sollten. Ihre Atemwege und Haut sind empfindlich, weshalb die Verwendung von Lavendelöl zur Raumbeduftung, als Badezusatz oder zur direkten Hautanwendung das Risiko von Hautreizungen oder Atemproblemen birgt. Bei Jugendlichen ab etwa 12 Jahren ist die Verwendung milder Lavendelformen wie Tee oder Duftkissen meist unbedenklich. Ätherische Öle sollten jedoch nur sehr sparsam und idealerweise nach Rücksprache mit einem Arzt eingesetzt werden.

Lavendel in der Schwangereschaft

Die Studienlage zu Lavendel in der Schwangerschaft ist uneinheitlich. Milde Anwendungen wie Lavendelduft oder Tee gelten meist als unbedenklich, doch auf hochkonzentrierte Produkte, besonders ätherische Öle, sollte vor allem im ersten Trimester verzichtet werden2.

Da die meisten Studien klein sind und es an sicheren Daten für Schwangere fehlt, empfiehlt sich vor der Anwendung ärztlicher Rat.

Lavendel & sensible Gruppen – Kurzüberblick

Babys: Lavendelöl und Duftkissen im Babybett vermeiden, da Atemnot und Hautreizungen drohen.
Kinder (unter 12): Ätherische Öle meiden oder nur sehr sparsam nach Arztabsprache nutzen.
Jugendliche: Milde Lavendelprodukte meist unbedenklich, ätherische Öle nur verdünnt und vorsichtig.
Schwangere: Milde Anwendungen in Ordnung, hochkonzentrierte Öle im 1. Trimester meiden und Arzt fragen.


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Lavendel und Tiere: Unbedenklich oder giftig?

Katzen

Für Katzen sind alle Pflanzenteile des Lavendels grundsätzlich unbedenklich. Katzen werden die Pflanze meist instinktiv wegen ihres intensiven Geruchs meiden. Katzen nehmen Gerüche deutlich intensiver wahr als Menschen. Demnach sollte der Einsatz von Lavendelöl – etwa in Duftlampen oder Diffusoren – mit Vorsicht erfolgen. Katzen, die schon die Pflanze instinktiv meiden, werden sehr sensibel auf die ätherischen Öle reagieren. Deswegen sollten Katzen jederzeit die Möglichkeit haben, einen Raum mit Lavendelduft zu verlassen. Die innere Anwendung von Lavendelöl bei Katzen wird ausdrücklich abgeraten.

Hunde

Für Hunde sind alle Pflanzenteile des Lavendels ebenfalls unbedenklich. Hunde können Lavendel als beruhigend empfinden, jedoch wirkt Lavendel nicht über Duftlampen oder Diffusoren, sondern z. B. eher durch spezielle Lavendel-Halsbänder. Auch bei Hunden gilt: Sie nehmen Gerüche intensiver wahr, daher sollten ätherische Öle vorsichtig verwendet werden, und der Hund muss die Möglichkeit haben, den Duftraum zu verlassen1.

Wissenswertes: Lavendel wurde schon im Mittelalter genutzt, um Kleidung und Vorräte vor Motten zu schützen. Noch heute finden sich Lavendelsäckchen oft in Kleiderschränken.

Kleinnager, Meerschweinchen & Kaninchen

Für Kleinnager wie Meerschweinchen, Kanninchen oder auch Mäusen sieht die Situation anders aus. Sie vertragen die hohe Konzentration der ätherischen Öle im Lavendel nicht und können durch die Pflanze sogar schwerwiegende gesundheitliche Probleme bis hin zum Tod erleiden. Deshalb sollten diese Tiere keinen Kontakt mit Lavendelpflanzen oder Lavendelöl haben.

Pferde und Wiederkäuer

Für Pferde und Wiederkäuer stellt Lavendel keine Gefahr dar und kann bedenkenlos eingesetzt werden.

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Welche Lavendelformen sind bedenklich?

Grundsätzlich sind keine Lavendelformen giftig oder bedenklich, solange sie korrekt angewendet werden und keine individuellen Empfindlichkeiten vorliegen. Lavendelpflanzen, etwa auf dem Balkon, sowie Lavendelkissen oder Lavendeltee gelten als unbedenklich und können bedenkenlos genutzt werden.

Anders sieht es bei Lavendelöl aus: Aufgrund seiner sehr hohen Konzentration an ätherischen Ölen sollte man hier vorsichtig sein und die Anwendung langsam und sparsam dosieren. Die Gefahr von Nebenwirkungen wie Hautreizungen oder Unverträglichkeiten steigt mit der Dosis.

Bei bestehenden gesundheitlichen Problemen oder auffälligen Reaktionen gilt immer: Suchen Sie einen Arzt oder Apotheker auf, bevor Sie Lavendelprodukte anwenden.


Vergiftung durch Lavendel – Symptome & Erste Hilfe

Auch wenn Lavendel keine giftige Pflanze ist, kann es bei zu hoher Dosierung zu Nebenwirkungen kommen.

Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautreizungen bis hin zu Entzündungen. Bei oraler Einnahme können außerdem Magen-Darm-Beschwerden, Bauchschmerzen und Schwindel auftreten.

Glücklicherweise sind diese Reaktionen meist nicht gefährlich und klingen innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab. Dennoch gilt: Bei starken Beschwerden oder Unsicherheiten sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Bis zur vollständigen Genesung empfiehlt es sich, auf die weitere Verwendung von Lavendelprodukten zu verzichten.


FAQ

Quellen und Links:

[1] Landsberg, G., et al. (2012). „Effect of lavender aromatherapy on stress in kennelled dogs.“
Journal of the American Veterinary Medical Association (JAVMA), 241(3), 309-314.

[2] Holst, L., et al. (2019). „Safety and efficacy of herbal medicines during pregnancy: A review.“
Phytotherapy Research, 33(4), 791-803.

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